Skitourengehen – eine Wintersportart, die sich optimal eignet, um in der Natur abzuschalten, sich vom Alltag zu erholen. Lange bevor Liftanlagen die Berghänge "zierten", war es der einzige Weg, im Winter die Berge zu erklimmen. Heute fasziniert das Unterwegssein auf zwei Brettern in tief verschneiter, unberührter Landschaft mehr denn je, immer mehr Leute begeistern sich dafür. Dabei ist das Skitourengehen eine Sportart, die einiges an Vorbereitung, Ausrüstung und Wissen erfordert.
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Die passende Ausrüstung
Obligatorisch ist natürlich die richtige Ausrüstung und die unterscheidet sich massiv von dem, was man vom Alpinskifahren her kennt! Angefangen beim passenden Tourenski, über Bekleidung, die beim Aufstieg vor extremem Schwitzen, beim Abfahren vor der Auskühlung bewahrt, bis hin zur Notfallausrüstung, die bei jeglicher sportlicher Betätigung in ungesichertem Gelände dabei sein muss.
Lawinenwissen
Insbesondere wenn man mit der verheerendsten Gefahr beim Skitourengehen, einer Lawine, Bekanntschaft macht – was tunlichst zu vermeiden ist – kann die Notfallausrüstung über Leben oder Tod entscheiden. Jedoch nur, wenn man sich auch damit auskennt. Weiter hilft es, sich in der Lawinenkunde auszukennen und sich ein persönliches Risiko-Management für unterwegs zurechtzulegen. Auf der sicheren Seite ist, wer in einen Lawinenkurs investiert.
10 Tipps und Empfehlungen
Skitouren sind Ausdauersport. Die wertvollen Belastungsreize für Herz, Kreislauf und Muskeln setzen Gesundheit und eine ehrliche Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und wähle das Tempo so, dass niemand in deiner Gruppe außer Atem kommt. Achte auf Kraftreserven für die Abfahrt.
Bevor es rausgeht ins winterliche Weiß, steht die Auswahl der Tour an. Die Tourensuche auf alpenvereinaktiv bietet hier verschiedene Filtermöglichkeiten. Dabei kommt selbstverständlich wieder der Lawinenlagebericht zum Tragen. Wichtig ist aber auch, wie lang die Tour ist, wie es um die aktuelle Fitness steht und welches Können die Tourenmitglieder mitbringen. Dabei hilft es, die verschiedenen Schwierigkeitsgrade von Skitouren zu kennen und einschätzen zu können. Für den Einstieg in die Sportart stehen inzwischen auch viele Routen auf ausgewiesenen Skipisten zur Verfügung. Diese sind zu den Betriebszeiten schnee- und dabei lawinensicher, für die Abfahrt reicht das Können vom Alpinskifahren. Da die Pisten an erster Stelle aber allen mit Liftticket zur Verfügung stehen, gibt es einige Regeln zu beachten.
Passe deine Ausrüstung den winterlichen Verhältnissen und dem konkreten Tourenziel an. Standard-Ausrüstung für den Notfall sind Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Sonde und Schaufel, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen. Überprüfe deine Ausrüstung vor dem Start und führe ein Reparaturset mit.
Informiere dich vor der Tour eingehend über die Lawinengefahr: Wie? Wo? Was? Hier hilft der Lawinenlagebericht. Achte besonders auf Informationen zur Gefahrenstufe (1-5), zu den Gefahrenstellen (Wo ist es heute gefährlich?) und zu den Gefahrenmustern (Was ist heute die Hauptgefahr?).
Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem Menschen enge Grenzen gesetzt. Stütze deine Entscheidungen daher auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung (Reduktionsmethoden) und lerne, Gefahrenzeichen im Gelände zu erkennen. Weiche Gefahrenstellen aus und kehre im Zweifelsfall um.
Flüssigkeit, Energie und Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Heiße, isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher und Wärmespender. Orientiere dich laufend („ich weiß, wo ich bin“) und beurteile vorhandene Spuren kritisch.
Abstände dienen der Entlastung der Schneedecke und der Schadensbegrenzung. Entlastungsabstände von 10 m beim Aufstieg in Steilhängen steigern zudem den Komfort bei Spitzkehren. Bei der Abfahrt halte grundsätzlich Abstände von mindestens 30 m und befahre sehr steile Hänge einzeln.
Stürze bei der Abfahrt sind die häufigste Unfallursache auf Skitouren. Für die Schneedecke bedeuten sie eine große Zusatzbelastung. Gute Skitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Ein Skihelm schützt vor Kopfverletzungen. Achtung: Absturzgefahr bei gefrorener Schneedecke und im felsdurchsetzten Gelände!
Kleine Gruppen (bis 6 Personen) erhöhen die Sicherheit. Kommunikation mit anderen Wintersportler*innen und gegenseitige Rücksichtnahme verhindern gefährliche Situationen. In der Gruppe zusammenbleiben. Informiere vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr. Wer alleine unterwegs ist, sollte beachten: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.
Das Gebirge bietet einen wertvollen Freiraum zum Bewegen in einzigartiger Wildnis. Genieße diese Freiheit! Nimm Rücksicht auf Wildtiere, respektiere Schutzgebiete und betrete keine Aufforstungsflächen. Zur Anreise Fahrgemeinschaften bilden oder öffentliche Verkehrsmittel verwenden.
Naturerlebnis und Naturschutz sind eng miteinander verbunden, weshalb alle, die im winterlichen Gebirge unterwegs sind, besondere Rücksicht auf die Natur nehmen sollten. Um die im Bergwald und an der Waldgrenze lebenden Tiere möglichst wenig zu stören, orientiert man sich idealerweise an naturverträglichen Aufstiegs- und Abfahrtsrouten. Die Kampagne "Natürlich auf Tour" weist die idealen Routen aus und informiert über Wald-Wild-Schongebiete.
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