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Von Ost nach West über die Hohe Tatra

01.09.2026

Das kleine Hochgebirge der Welt wird die Hohe Tatra auch genannt.

Ja, sie ist klein, aber eine Reise dorthin lohnt sich!

Der größte Teil der knapp 350 Quadratkilometer großen Hohen Tatra liegt in der Slowakei. Unser Ausgangspunkt war Zdiar, ganz im Osten der Weißen Tatra. Um dort dann mit unserer Tour zu starten, fuhren wir mehr als 1000km mit Bus und Bahn nach Osten.

Am ersten Tag überschritten wir die Weiße Tatra, welche aufgrund ihres hellen Kalkgestein zu ihrem Namen kam. Über den Pass Kopske Sedlo gelangten wir in die Hohe Tatra mit ihren dunklen, schroffen Granitgipfeln.

Die Hohe Tatra ist seit 1949 ein Nationalpark mit strengen Regeln: das verlassen der Wege und das baden in den Bergseen ist strengstens verboten. Große Teile der Hohen Tatra sind tabu für Besucher. Nur wenige Gipfel sind für Wander und Bersteiger freigegeben. Einige dürfen nur mit Bergführern oder von Mitgliedern des Slowakischen Kletterclubs nach voheriger Genehmigung durch die Nationalparkverwaltung bestiegen werden. Ein großer Teil der Berggipfel darf überhaupt nicht betreten werden.

Selbstverständlich waren wir nur auf den erlaubten Wegen unterwegs. Unser erstes Ziel war die Hütte am Grünen See. Beim Abstecher auf den nahen Jahnaci Stit (2230m) sahen wir unsere erste Tatra Gämse. Diese ist eine eigene Art, welche mal beinahe ausgestorben war.

Weiter ging es dann zur sogenannten Räuberhütte, diese liegt malerisch in einem abgeschiedenen Hochtal und wird zu 90% von den legendären Tatra-Sherpas versorgt. Die stolzen Lastenträger steigen bis zu dreimal am Tag zu einer Hütte hoch. Durchschnittlich sind das dann 1000 Höhenmeter pro Weg und eine Last von bis zu 100 kg. Der Rekord liegt bei 147 kg. Pro 1kg Last bekommen sie einen Euro Lohn. Auch Bergwanderer können an manchen Orten eine Kraxe mit einer geringeren Last freiwillig zur Hütte tragen. Als Belohnung gibt es dann einen Tee auf der Hütte.

Über steile Pässe geht es vorbei an malerischen See und wilden Gipfeln von Tal zu Tal. Die Überschreitung  des 2376m hohen Passes Sedielko Sedlo war fast schon eine Gipfeltour: Genusskletterei vom feinsten! Zwei Nächte im Berghotel am Popradske Pleso und noch eine Nacht in dere höchstgelegenen Hütte der Hohen Tatra, der Chata pod Rysmi. Dazu noch ein paar Gipfel (unter anderen der gut besuchte Rysy mit 2501m) und eine weitere rassige Scharte mit schwierigen Namen. Nach jeder Scharte und jeder Anhöhe eröffneten sich neue An- und Ausichten: Von Gletschern geschliffene Täler mit grünen oder blauen Bergseen. Mal nur ein einziger großer, mal mehrere kleine Seen. Jeder Übergang begeisterte mit neuen, anderen Talblicken. Zurecht steht das ganze Gebirge unter strengem Schutz.

Den Namen das kleinste Hochgebirge der Werlt trägt die Hohe Tatra aus gutem Grund: sobald man auf einer Anhöhe steht sieht man bis ins Flachland. An machen Stellen sieht man auf der einen Seite in die slowakischen Ebenen und wenn man sich umdreht bis in die polnischen Tallagen.

Leider waren dann die 6 Tage in der Hohen Tatra schnell vorbei und wir fuhren mit der Slowakischen Eisenbahn zurück nach Bratislava. Selbstverständlich verbrachten wir hier noch einen Tag in dieser ebenfalls sehenswerten Stadt, bevor uns der Flixbus nach Hause brachte.