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Klettersteige in den Dolomiten

04.09.2026

Leckeres Essen, faszinierende Felsformationen  und meist schönes Wetter, was will man mehr? Eine Durchquerung vom Sellastock bis in den Rosengarten, von Hütte zu Hütte garniert mit Klettersteigen und Enrosadira, dem berühmten Alpenglühen in den Dolomiten.

 

Zuerst mussten wir etwas Logistik bewältigen. Da der Ausgangsort nicht dem Zielort entsprach, galt es das Auto am Ende der Tour im Fassatal zu parken und mit Bussen Richtung Sellajoch weiter zu gondeln. 

Dem Tourirummel dort oben wollten wir so schnell wie möglich entkommen, daher Rucksack auf und nichts wie weg Richtung Langkofelscharte.  Nach ein paar Höhenmeter bogen wir dann vom Normalweg ab und schon wartete der erste Klettersteig Via Ferrata Furcela de Saslonch, ein relativ neuer Sportsteig, der das bisschen Felsen maximal nutzte und im Zickzack die maximale Kletterstrecke herausholte. Am Ende dann natürlich auch ein paar Meter Seilbrücke, das gehört inzwischen zum guten Ton der Klettersteige. Oben angekommen an der Toni Demetz Hütte (2681m) waren wir aber mittendrin in den überwältigenden Felsabstürzen mit einem 1A Blick auf die Marmolada und weiterer Dolomitenprominenz. Am nächsten Tag ging es erstmal runter zur Langkofelhütte und gleich wieder hoch zum Oskar Schuster Klettersteig, der ostseitig auf den Plattkofel (2958m) hochführt. Für uns das Highlight der Klettersteige in dieser Woche. Gesichert nur wenn es unbedingt notwendig war, viel freies Gekraxel und überall schöne Griffe, so dass man meist neben und nicht am Seil klettern konnte. Der Normalweg von der Westseite dann das völlige Gegenteil. Die ebenmäßige und namensgebende Schuttrampe ist ja von weitem sichtbar und den meisten wohl bekannt. Dort ging es dann wieder runter zur Plattkofelhütte, oder besser gesagt der absoluten Luxusvariante einer Berghütte mit einer Speisekarte zum Reinlegen (Stichwort Ricotta – Kaiserschmarren...einfach lecker)
Am nächsten Tag hieß es aber weiter Richtung Rosengarten. Dies war aus Zeitgründen dann nur ein Transfertag über die Tierser Alp zur Grasleitenpasshütte. Klein und knuffig ist diese fast in den Fels reingebaut worden. Der tauende Permafrost machte letztes Jahr einen kompletten Neubau nötig, aber die Hütte hat ihren urigen Charme beibehalten.
Tag 4 dann der „Höhepunkt“ der Tour mit der Überschreitung des Kesselkogels 3002 m. Der Steig war unschwierig und bescherte immer wieder schöne Ausblicke. Wir waren die erste Gruppe, die morgens aufbrach und hatten somit den Steig fast vollständig für uns – welch Wohltat! Zurück zur Hütte, kurze Stärkung und dann ging es schon weiter. Erst runter zur Vajolethütte, wieder hoch über einen netten Steig zur Gartlhütte und den berühmten Vajolettürmen und schließlich dem Santnerpass. Hier thront seit wenigen Jahren die gleichnamige Hütte, eine futuristische Dreiecksschachtel im Alu-Look. Leider war die angekündigte Schlechtwetter- und Gewitterfront im Westen schon erkennbar, so dass wir auf großzügige Pausen verzichten mussten und stattdessen gleich weiter in den Santnerpass Klettersteig weitermarschierten. Ein im Grunde auch einfacher Klettersteig, jedoch mit längeren ungesicherten Passagen, die wir nun aber im Abstieg bewältigen durften. Das gab dem Steig dann auch noch die richtige Würze – einer entgegenkommenden amerikanischen Gruppe aber vermutlich an die Grenze des Machbaren führte…. Genau rechtzeitig mit den ersten Regentropfen erreichten wir unsere Unterkunft für diese Nacht – perfektes Zeitmanagement! Vielen Dank Lydia, für’s Drängeln – das hatte sich komplett ausgezahlt. Obwohl die Kölner Hütte direkte Seilbahnanbindung hatte, war dies die größte Enttäuschung von allen Hütten. Ungemütlich, zugig und das Essen auch eher so lala. Schade, Kategorie nicht empfehlenswert…
Der letzte Klettersteigtag stand an mit der Überschreitung der Rotwand 2806 m und dem hochgelobten Masare Klettersteig. Dieser war zwar durchaus schön und ein interessantes Auf und ab, aber irgendwie konnte er uns nicht so überzeugen, wie der Schustersteig vom zweiten Tag. Auf jeden Fall war die Rotwandhütte wieder gemütlicher, mit einem sehr interessanten Lagerkonzept und auch kulinarisch wieder sehr lecker.

Am letzten Tag mussten wir nur noch absteigen, allerdings war sie nun da, die angekündigte Kaltfront. Das Thema schlechthin am Vorabend, wann man am besten, was wie noch machen kann…. Für uns weniger relevant, wir mussten nur noch runter und auch der Weg war alles andere als herausfordernd. Also wurden alle Rucksäcke schön bunt in Regenhüllen verpackt und dann los, ab in den Regen. Eigentlich wollten wir ganz runterlaufen, aber nachdem uns der Weg recht zufällig direkt neben eine Gondelbahn geführt hatte, war die Versuchung einfach zu groß. Schnell ein Ticket gekauft und runter gings es. Dass wir unten dann trotzdem noch eine ganze Weile im Regen weitermussten, würde ich lieber verheimlichen, aber es gehört leider zur Wahrheit dazu.
Rechtzeitig zur Mittagszeit hatte Petrus wieder erbarmen und ließ uns eine herrliche Woche mit einem guten Mittagessen und sonnigen Wetter abschließen.
Vielen lieben Dank an Lydia für die exzellente Orga, Führung und Vorbereitung -  es war mal wieder eine sehr schöne Runde.

Martina