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Hochtour auf den Ortler

28.07.2026

Der 3905m hohe Ortler ist der höchste Berg Südtirols und bietet durch seine Dominanz eine wunderbare Fernsicht. Natürlich nur bei passendem Wetter.

Für viele Bergsteiger ist der Ortler ein Wunschziel.

Wenn man ins Vinschgau fährt, dann erhebt sich der mächtige und formschöne Gipfel scheinbar direkt hinterm Reschensee. Ganz so nah ist das Ziel der Biberacher Gruppe doch nicht, der Ausgangsort ist Sulden und die 50 km ganz nach hinten ins Tal ziehen sich noch etwas.

Dann aber endlich ging es los in Richtung Payer-Hütte, dem Stützpunkt für die nächsten Tage. Diese liegt auf 3029 m Höhe. Die gut 1000 Höhenmeter Aufstieg führen unterhalb der mächtigen Nordwand des Ortlers vorbei an der Tabarettahütte zur Julius-Payer-Hütte auf dem aussichtsreichen Tabarettakamm. Das 1875 erbaute Schutzhaus wurde im Laufe der Jahre zwar vergrößert und an manchen Stellen saniert, aber es durfte seinen ursprünglichen Charakter bewahren und ist immer noch eine einfache alpine Hütte.

Der Wetterbericht für den Freitag war einfach nur klasse :stabiles, sonniges Wetter. Unter der Tourenleitung von Stefan und Sebastian konnte die Biberacher Gruppe am Freitag in der früh entspannt starten. Zuerst ging es gemütlich im Gehgelände los, bevor es dann etwas anspruchsvoller wurde. Immer noch im Fels ging es über Grate und Scharten in Richtung des leider auch kleiner werdenden Gletschers. Jetzt hies es Steigeisen anlegen und dann mit voller Konzentration über steiles Eis in nach oben zu steigen.  Vom sogenannten Bärenloch ging es dann über eine Steilstufe zum flacheren Oberen Ortlerferner.

Bei Sonnenschein und unglaublich blauem Himmel, aber leider etwas zu lebhaften Wind, ging es unschwierig zum Gipfel. 

Nach der wohlverdienten Gipfelrast mit unglaublich toller Fernsicht wurde dann der Abstieg in Angriff genommen. Über die Steilstufe wurde dann entspannt abgeseilt bevor es dann weiter über Firn zum Bärenloch ging. Dieses Steile Stück wurde dann felsseitig  umgangen. Umgehen ist nicht ganz der richtidge Begriff, denn auch hier seilten wir aus Sicherheitsgründen wieder ab. Die Gletscherspalten auf dem nächsten Wegstück waren gut sichtbar und erfreuten uns mit tragfähigen Schneebrücken.

Das letzte Drittel des Weges war dann wieder Fels.Der Weg bestehend aus Kletterstellen und Gehpassagen mit feinsplittigen Gries erforderte ein konzentriertes und sorgfältiges Gehen. 

Aufgrund des stabilen Wetters konnten wir nach einem entspannten Rückweg ohne Zeitdruck dann noch die (Spät-) Nachmittagssonne auf der Terasse der Payer-Hutte geniesen.

Auch am nächsten Tag war das Wetter noch gut. Zwar ein paar Wolken mehr als am Vortag, aber das störte niemanden. Über den Tabarettakopf wanderten wir gemütlich zur Berglhütte. Dort wurden wir herzlichst von einer engagierten Hüttenwirtin begrüßt und mit ihren Köstlichkeiten verwöhnt.

Auf dem Rückweg statteten wir noch einer kleinen "Eishöhle"  einen Besuch ab, bevor wir dann wieder zur Payer-Hütte aufstiegen. Zwei Teilnehmer nutzten noch den Tag und statteten der Tabarettaspitze (3128m) einen Besuch ab. Bei Kaffee und Bier liesen wir den Tag ausklingen und konnten entspannt die im Norden aufziehende Regenfront beobachen.

Bei leichtem Regen ging es dann am Sonntag ins Tal und zurück nach Biberach.