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Eiskurs

Hochtourenkurs der DAV-Sektion Biberach im Pitztal

11.07.2026

Sieben Tage voller Berge, Gletscher, spannender Herausforderungen und einzigartiger Momente liegen hinter uns: Vom 11. bis 17. Juli nahm unsere zehnköpfige Gruppe am Hochtourenkurs der DAV-Sektion Biberach im Pitztal teil. Unser Stützpunkt war das Taschachhaus, umgeben von einer beeindruckenden hochalpinen Kulisse und den mächtigen Gletschern der Ötztaler Alpen.

 

Schon beim Aufstieg zur Hütte lag Vorfreude in der Luft. Für viele von uns begann eine Woche voller neuer Erfahrungen. Nach dem Bezug unserer Lager stand bereits die erste Ausbildungseinheit an. Mit Prusikschlingen und Sicherungsgeräten übten wir grundlegende Techniken, die uns im Laufe der Woche immer wieder begegnen sollten.

Der zweite Tag führte uns zum ersten Mal auf den Gletscher. Für viele war dies eine völlig neue Erfahrung. Das erste Mal mit Steigeisen über den Gletscher zu gehen und die gewaltigen Spalten aus nächster Nähe zu sehen, hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck. Ein Schwerpunkt des Tages war die Spaltenbergung. Dabei wurde schnell klar, wie wichtig Vertrauen, Teamarbeit und ein ruhiger Kopf im Ernstfall sind.

Ein Höhepunkt der Woche war die wetterbedingt vorgezogene Besteigung der Wildspitze am dritten Kurstag. Für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es die erste Hochtour überhaupt. Bereits der frühe Aufbruch in der Dunkelheit sorgte für besondere Stimmung. Mit jedem Höhenmeter öffneten sich beeindruckendere Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Als wir schließlich am höchsten Punkt Tirols standen, waren die Anstrengungen der vergangenen Stunden schnell vergessen. Solche Momente sind es, die lange in Erinnerung bleiben.

Natürlich verlief in dieser Woche jedoch nicht alles nach Plan. Das Wetter zeigte uns auch die andere Seite des Bergsteigens. Einen Schlechtwettertag nutzten wir, um auszuschlafen und uns intensiv mit Theorie und Technik zu beschäftigen. Themen wie Knoten, Sicherungstechniken, Abseilen, Wetterkunde und Tourenplanung standen auf dem Programm. Gerade diese Einheiten machten deutlich, dass erfolgreiche Hochtouren nicht nur auf Kraft und Ausdauer, sondern vor allem auf Wissen und guter Vorbereitung beruhen.

Besonders lehrreich war unsere eigenständig geplante Tour am fünften Tag. In zwei Gruppen machten wir uns auf den Weg, mussten jedoch aufgrund ungünstiger Bedingungen umkehren. Auch wenn zunächst etwas Enttäuschung mitschwang, wurde schnell deutlich, dass genau solche Erfahrungen Teil des Bergsteigens sind. Zu erkennen, wann ein Ziel erreichbar ist und wann ein Rückzug die bessere Entscheidung darstellt, gehört zu den wichtigsten Lektionen in den Bergen. Beeindruckend war dabei die Stimmung in der Gruppe: Statt Frust überwogen Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die Erkenntnis, dass Sicherheit immer Vorrang hat.

Für jede Menge Spaß sorgte der sechste Kurstag. Eisklettern und Falltraining standen auf dem Programm. Für viele von uns war das Klettern im Eis absolutes Neuland und entwickelte sich schnell zu einem der beliebtesten Programmpunkte der Woche. Zwischen konzentriertem Arbeiten an den Techniken und vielen lachenden Gesichtern kam der Spaß definitiv nicht zu kurz.

Neben den praktischen Übungen lernten wir während der Woche unter anderem das Anseilen auf dem Gletscher, Spaltenbergung, Selbstrettung, Standplatzbau, Pickel- und Steigeisentechniken, Seilverkürzung, Orientierung, Wetterkunde sowie die Planung und Durchführung von Hochtouren unter Berücksichtigung der gesamten Gruppe.

Mindestens genauso wichtig wie die Ausbildungsinhalte war jedoch die Atmosphäre. Aus zehn Menschen zwischen 20 und 50 Jahren wurde innerhalb weniger Tage eine Gemeinschaft. Gemeinsame Herausforderungen, spannende Erlebnisse, gutes Essen auf dem Taschachhaus und die beeindruckende Bergwelt sorgten dafür, dass die Woche viel zu schnell verging.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Ausbildern Sebastian Otto und Julian Wippich. Mit großer Geduld, viel Fachwissen und einem feinen Gespür für die Bedürfnisse der Gruppe haben sie uns nicht nur Techniken vermittelt, sondern auch ihre Begeisterung für das Bergsteigen weitergegeben.

Am Ende der Woche nahmen wir weit mehr mit nach Hause als neue Fähigkeiten. Wir haben gelernt, Verantwortung in den Bergen zu übernehmen, Entscheidungen bewusst zu treffen und als Team zu funktionieren. Vor allem aber haben wir erfahren, wie faszinierend die Welt der Hochtouren ist. Für mich steht fest: Das war sicher nicht die letzte Hochtour.

Sabrina