© DAV Biberach
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Alpinkletterkurs in Arco

Technik, Taktik, Routine: fit werden für alpine Klettertouren

02.04.2026

Der Alpinkletterkurs der Hochtourengruppe setzt auf dem (Basis-)Kletterkurs auf, der in jedem Frühjahr mit Theorieeinheiten im DAV-Haus und dann praktisch an den Felsen des Blau- oder Donautals stattfindet. Die Teilnehmenden sollen im Alpinkurs Kenntnisse und Fertigkeiten für die selbständige Planung und Durchführung einfacher Mehrseillängentouren im Gebirge erwerben. Neben den Kenntnissen des Grundkurses ist dabei ein gewisses Kletterkönnen Voraussetzung, das in der Ausschreibung festgelegt wird. Diesmal wurde der Vorstieg im fünften Grad eingefordert.

Nach zwei Kursjahren in den Tannheimer Bergen wurde in diesem Jahr mit Arco am Gardasee ein neues Ziel angesteuert, das eine riesige Auswahl an Klettergärten und Mehrseillängenrouten aller Schwierigkeitsgrade mit meist guter Absicherung bietet und das sich wegen des nicht ganz so „alpinen“ Ambientes sehr gut für Kurs- und Trainingszwecke eignet. Mit acht geplanten Klettertagen war sichergestellt, dass das Gelernte ausreichend verfestigt und automatisiert werden konnte.

Die Wetteraussichten waren für die ganze Woche sehr gut und die Vorfreude entsprechend. Unsere Unterkunft war eine Ferienwohnung fußläufig zur Altstadt von Arco, die die kulinarische Versorgung gewährleistete.

Die Anreise am Gründonnerstag verlief problemlos, und so konnten wir noch am gleichen Nachmittag im Klettergarten Gaggiolo im Sarcatal die Grundelemente einüben: Standplatzbau, Seiltechnik und -taktik für verschiedene Konstellationen (Zweier- oder Dreierseilschaft, konstante Führung oder Wechselführung), Kommunikation, Einsatz mobiler Sicherungsmittel, Abseiltechnik. 

Gut gerüstet ging es dann am nächsten Tag in die ersten Mehrseillängentouren im Klettergebiet Due Laghi: erstmal nicht so lang und nicht so schwer. Effizientes Seilmanagement ist entscheidend für einen reibungslosen Ablauf und die Geschwindigkeit, mit der die Seilschaft vorankommt, und damit letztendlich auch für die Sicherheit. Die richtigen Handgriffe in der ökonomischsten Reihenfolge immer wieder üben, bis es sitzt. 

Das konnten wir dann direkt am Folgetag zeigen, denn mit 16 Seillängen bis an den unteren sechsten Grad ist die „Rita“ an den Placche Zebrate für weniger Geübte schon ein Ausdauerpiece. Im unteren Teil über Bänder und Platten, geht es oben über mehrere Seillängen durch einen herrlichen wasserzerfressenen Kamin. Dass die anspruchsvolleren Passagen schon ordentlich poliert sind, trübte die Freude über diese großartige Tour nur wenig. 

Das Wetter hielt wie versprochen, und so konnten wir in der Kletterwoche weitere schöne und abwechslungsreiche Touren durchführen. An der Parete del Limaro kletterten wir steil über der Sarca („Amazonia“/6+, „Orizzonti Dolomitici“/6-), an der Parete di Pezol die „Claudia 22“/5+ mit wunderschönem Blick auf den Gardasee, am Monte Baone die „Via Edera“/6 bzw. die „Guide Alpine“/6- , und an den Due Laghi die „Piccolo Diedro“/5 sowie die „Zanetti“/5.

Zwischendurch legten wir noch einen Tag im landschaftlich schön gelegenen und etwas ruhigeren Klettergarten Val Lomasone ein, wo wir einige fortgeschrittenen Techniken einüben konnten, die in speziellen Situationen gebraucht werden.

Fazit: viel gelernt und schöne Klettertouren gemacht, dazu Dolce Vita im italienischen Flair – Arco als Kursort hat sich für eine Fortsetzung unbedingt empfohlen! Großen Dank an unsere Trainer Christof und Julian für die gute Organisation und die engagierte Durchführung!

Volker